Nachhaltigkeit bei FCN Natursteine

An der Umsetzung der von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 festgelegten 17 Nachhaltigkeitszielen sollten möglichst viele Organisationen, Gruppierungen und Menschen beteiligt sein, um eine hohe Wirkungskraft zu erreichen. Auch Wirtschaftsunternehmen – kleine wie große – können ihren Beitrag dazu leisten. Über Corporate Social Responsibility (CSR) können Unternehmen diesen Anspruch einlösen. Dies bedeutet, Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und ihren Mitgliedern fest ins Unternehmen und seine sämtlichen Betriebe strategisch zu verankern. Art und Ausmaß der Aktivitäten können von den Unternehmen frei gestaltet werden.

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So lassen sich beispielsweise Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten oder auch die Region einbinden und für und mit ihnen Nachhaltigkeit zum Leben erwecken. FCN hat diesen Weg eingeschlagen. Das Unternehmen baut endliche Ressourcen ab. Daher empfinden wir eine besondere Verantwortung, was sich in einem hohen Stellenwert von Klimaschutz, Ressourcenschonung und Ressourcenentwicklung zeigt. So arbeiten wir daran, unseren Carbon-Footprint durch Energieeffizienzmaßnahmen, Eigenerzeugung aus erneuerbaren Energien und die Umstellung von Energieträgern bis 2025 um 20 Prozent zu reduzieren.

Wegweiser Nachhaltigkeitsbericht

Als Unternehmen mit über 125-jähriger Geschichte haben wir die Nachhaltigkeit in der DNA verankert. Die Unternehmenssparte Natursteine beschäftigt sich mit endlichen Ressourcen, Biodiversität sowie Renaturierung und Rekultivierung. Ungeachtet unserer Wirkungsstätten rückt der Nachhaltigkeitsansatz stärker in den öffentlichen Mittelpunkt.

Der CO2-Footprint soll bis 2025 um 20 Prozent sinken.
VISION ZERO: Null Unfälle – gesund arbeiten. Im ersten Schritt soll sich unsere Unfallquote bis 2025 halbieren.
Die Mitarbeiterzufriedenheit soll gesteigert werden.

Positive Auswirkungen

Wirtschaftliche Stärkung der ländlichen Region
Starker Arbeitgeber in der Region
Langlebige, nachhaltige Produkte
Etablierung der Kreislaufwirtschaft in der Region
Steinbrüche als Ort mit hoher Biodiversität
Möglichkeit der Kooperation mit dem Naturschutz
Schaffung von Lebensräumen

Negative Auswirkungen

Verbrauch natürlicher Ressourcen
Emissionen von CO2, Staub und Lärm
Unfallgefahr für Mitarbeitende
Eingriff in die Natur

Nachhaltigkeit beim Natursteineabbau und der Gesteinsaufbereitung

Der größte CO2-Ausstoß innerhalb der FCN-Unternehmensgruppe entsteht mit rund 35 Prozent bei der Herstellung von Asphalt. In der Asphaltmischanlage muss das Gestein auf über 180 °C erhitzt werden.

Wir arbeiten hier kontinuierlich an Prozessverbesserungen, um Energie einzusparen. Zudem wird momentan ein möglicher Energieträgerwechsel geprüft, wodurch ein großer Anteil an CO2 eingespart werden könnte.

Beim Abbau und bei der Aufbereitung der Gesteinskörnungen entstehen etwa 30 Prozent unserer Emissionen. Abbau und Transport erfolgen heute mit dieselgetriebenen Erdbewegungsgeräten. Hier wird bereits bei der Beschaffung auf die Energieeffizienz der Geräte geachtet, und wir haben Maßnahmen im Ablauf des Abbaus ergriffen, um beispielsweise Fahrstreckenlängen im Steinbruch zu verringern. Die Aufbereitung erfolgt im Wesentlichen elektrisch.

Zum Abbau von Natursteinen und zur Produktion verschiedener Gesteinskörnungen und ihrer Gemische müssen Steinbrüche aufgeschlossen werden.

FCN betreibt den Natursteinabbau seit über 125 Jahren lokal in der Rhön und deckt damit den bestehenden Bedarf an Natursteinprodukten der eigenen Betonwerke sowie von Kunden aus der Region. Es werden bestehende Altaufschlüsse genutzt, somit ist die Flächenveränderung im Verhältnis zur Gesamtfläche nur gering.

Rekultivierte Flächen werden nach Abschluss der Rekultivierung an HessenForst zurückgegeben. Zusätzlich werden im Rahmen der Renaturierung Biotope entsprechend den für die Rahmenbetriebspläne und BImSchG*-Anträge entworfenen Rekultivierungs- und Renaturierungskonzepten geschaffen.

Reine Luft als hohes Gut

Bei der Verarbeitung von Basaltgestein, etwa zu Edelsplitt, entsteht bei den Brech- und Klassiervorgängen zwangsläufig Staub. Damit nicht zu viel Staub in die Umgebungsluft gelangt, sind die Produktionsanlagen mit Luftreinhaltungsanlagen wie zum Beispiel Filtertüchern ausgestattet. Hiermit ist es möglich, die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte deutlich zu unterschreiten. Zudem werden Fahrwege bei trockener Witterung befeuchtet, um zusätzliche Staubemissionen zu verringern.

Weitere bei der Herstellung von Asphalt entstehende Emissionen wie etwa Schwefeldioxid werden ebenfalls regelmäßig überwacht und die Grenzwerte selbstverständlich eingehalten. Wir erstellen alle vier Jahre eine Emissionserklärung. Würde hierbei eine Grenzwertüberschreitung festgestellt, muss das Unternehmen sofort Nachbesserungen vornehmen. Dies wird selbstverständlich in allen Untergesellschaften von FCN beachtet und eingehalten.

Emmisionsreduziert für mehr Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit

Niedertemperaturasphalt

Baumaßnahme: Hechelmannskirchen, Erneuerung der L3169
Bauherr: Hessen Mobil
Kunde: Räuber Bauunternehmen GmbH, Bad Hersfeld
Lieferant: FCN/HBU, Asphaltmischanlage Suhl

Im Oktober 2021 belieferten wir eines der Pilotprojekte zur Reduzierung von Dämpfen und Aerosolen zur Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte. Wir produzierten für 3.500 m² einen Asphaltbinder AC 16 BN 35/50 VL mit Faserstoffen und Asphaltgranulat (Recycling) und eine Asphaltbetondeckschicht AC 11 DN 35/50 VL unter Mitverwendung von 15 % Taunusquarzit und Asphaltgranulat.

Die Tonnage an temperaturreduzierten Asphalten betrug ca. 750 t. Die gesamte Baumaßnahme umfasste ca. 5.400 t Asphalt. Die Reduzierung der Temperatur wird durch die Zugabe von Fischer-Tropsch-Wachsen im Bitumen erreicht bzw. ermöglicht. Arbeitsplatzgrenzwerte (Dämpfe und Aerosole) werden mittels einer Absaugeinrichtung über der Einbaubohle in Kombination mit unserer Temperaturreduzierung eingehalten. Die Baumaßnahme wurde dahingehend von der BG Bau begleitet. Voraussichtlich wird dies ab spätestens 2025 zur Regelbauweise. Wir sind mit unserer Beteiligung und Partner HBU gut vorbereitet.

Projekte für den Klimaschutz

Neuer Energieträger in der Asphaltmischanlage
Innerhalb des Energiemanagement-Teams wird aktuell ein möglicher Energieträgerwechsel überprüft. Wir sind hierfür bereits im Gespräch mit Planern und Anlagenbauern. Denn uns ist bewusst, dass die Nutzung von Braunkohle als Energieträger keine Zukunft hat und der Austausch zu einer großen CO2-Einsparung führen würde.

Projekte im Bereich Ressourcenschonung

Sand 0/5 aufbereiten
Es gibt Produkte, die bei der Produktion anfallen, jedoch schwer verkäuflich sind. Hierzu zählt der sogenannte Sand 0/5 – also Sand mit 0 bis 5 Millimeter starker Korngröße – aufgrund seines Feinanteils. Damit dieser nicht mehr energieaufwendig auf die Halde gefahren werden muss und Ressourcen bindet, sind bereits Projekte zur Aufbereitung, etwa durch eine neue Siebanlage, gestartet worden.

Ressourceneffizientes Arbeiten
Zudem soll generell ressourceneffizientes Arbeiten durch den Einsatz einer zusätzlichen mobilen Siebanlage gefördert werden. Hierdurch kann der Anteil an nicht verwendbarem Material, das ansonsten ungenutzt auf die Halde gefahren werden würde, in Zukunft deutlich reduziert sowie die sich auf der Halde befindlichen Rohstoffe aufbereitet werden.

Projekte im Bereich Biodiversität

Kooperation zwischen dem NABU Hilders, der hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und FCN
FCN pflegt schon seit langer Zeit besonders am Standort Billstein einen regelmäßigen Austausch mit dem dort ansässigen Naturschutzbund (NABU Hilders). Ergänzt wird die Kooperation durch die Hessische Verwaltungsstelle des UNESCOBiosphärenreservats Rhön. In Zukunft sollen gemeinsam Artenhilfsmaßnahmen in den Steinbrüchen umgesetzt werden.

Biodiversitätsmanagement für die Steinbrüche
Mit den Kooperationen als fachlichen Hintergrund planen wir, ein Biodiversitätsmanagement für die Steinbrüche zu entwickeln, um den Artenschutz noch besser in den Abbau integrieren zu können.

Kooperation zwischen FCN und VNLR
Durch die Kooperation zwischen FCN und dem Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR) erarbeiten wir derzeit eine Broschüre zur biodiversen Gartengestaltung mit Produkten von FCN.

Beteiligung an der Biodiversitätsdatenbank der Steine-Erde-Industrie
Der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e.V. hat eine bundesweite Biodiversitätsdatenbank eingerichtet. In dieser sollen Daten zu vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensraumtypen in Steinbrüchen gesammelt und zusammenfassend ausgewertet werden. Damit kann eine fundierte Aussage zur Bedeutung der Steinbrüche als Lebensraum getroffen werden. FCN wird sich hieran beteiligen.

Tier- und Pflanzenwelt während des Abbaus im Steinbruch

Steinbrüche und Biodiversität – wie passt das zusammen? Mit dem Abbau von Gestein wird allgemein zunächst die Zerstörung von Lebensräumen in Zusammenhang gebracht. Doch ist diese Zerstörung wirklich nur negativ für die Tier- und Pflanzenwelt oder gibt es auch positive Effekte und Chancen? In der heutigen intensiv genutzten Landschaft werden magere, also nährstoffarme Standorte seltener. In Steinbrüchen kommen diese durch das Abtragen des nährstoffreichen Oberbodens wieder zum Vorschein. Hier können sich vielfältig und lückenhaft konkurrenzschwache Pflanzenarten wie Orchideen ansiedeln, was gleichzeitig auch die Ansiedlung einer vielfältigen Tierwelt bewirkt (Rademacher, 2015).

Außerdem wird eine Vielfalt an unterschiedlichen Standorten geschaffen – etwa Felswände, Wasserflächen oder Böschungen. Die dort vorkommende Vegetation befindet sich zudem durch den wechselnden Abbau je nach Standort in einer unterschiedlichen Entwicklungsphase. Diese vielfältigen Standorte bieten wiederum einer mannigfaltigen Pflanzen- und Tierwelt einen Lebensraum (Rademacher, 2015). Dadurch können sich in Steinbrüchen zum Beispiel Arten wie der Wanderfalke, der Uhu, der Flussregenpfeifer oder die Uferschwalbe sowie Amphibien wie die Wechselkröte ansiedeln. Auch Wildbienen und Libellen sind häufig zu sehen (bbs, 2019). Durch die dynamische Veränderung der Strukturen in Steinbrüchen entstehen zudem immer wieder offene Bodenbereiche, auf denen sich spezialisierte Pflanzen, sogenannte Pionierarten, ansiedeln können (Rademacher, 2015).

Der Gesteinsabbau zerstört folglich nicht nur Lebensräume von Tieren und Pflanzen, sondern schafft gleichzeitig in der sonstigen Landschaft selten gewordene und dynamische Lebensräume, in denen sich besondere Tier- und Pflanzenarten ansiedeln können.

Nach dem Abbauende
Nach dem Abbau werden die FCN-Steinbrüche rekultiviert und renaturiert. Rekultivierung heißt z. B., dass die Flächen wieder der Forstwirtschaft übergeben werden. Im Bereich der Renaturierung werden etwa spezielle Biotope geschaffen, die besonders seltenen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dienen sollen. Zudem sind stillgelegte Steinbrüche auch als Naherholungsgebiet beliebt.

Standort des Unternehmens im UNESCO-Biosphärenreservat und Sternenpark Rhön

„Man and Biosphere“: UNESCO-Biosphärenreservate verfolgen das Ziel, Mensch und Natur in Einklang zu bringen. Die Rhön ist auch als „Land der offenen Fernen“ bekannt, da durch die Nutzung des Menschen eine Landschaft mit artenreichem Grünland entstand (Biosphärenreservat Rhön, 2021 a).

Die drei Steinbrüche von FCN liegen innerhalb des Biosphärenreservates. Somit ist FCN ebenfalls ein Akteur in der Biosphäre. Wir bemühen uns, den Abbau so behutsam und naturverträglich wie möglich zu gestalten. Die geltenden gesetzlichen Vorgaben werden selbstverständlich eingehalten.

Das Biosphärenreservat wurde 2014 als „Sternenpark“ zertifiziert, da die Rhön als relativ dünn besiedeltes Gebiet eine natürliche Nachtlandschaft mit sternenreichem Himmel aufweist. Natürliche Nachtlandschaften sind für viele Tier- und Pflanzenarten wichtig. So können Zugvögel beispielsweise die Orientierung durch stark beleuchtete Bereiche verlieren. Gleichermaßen ist der Schutz der natürlichen Nachtlandschaft auch für die menschliche Gesundheit von Bedeutung, da das Hormonsystem durch künstliches Licht in der Nacht beeinflusst wird (Biosphärenreservat Rhön, 2021 b).

Die Auszeichnung „Sternenpark“ brachte mit sich, dass Maßnahmen getroffen werden müssen, die die Lichtverschmutzung reduzieren, etwa mit einer optimierten Beleuchtung (Biosphärenreservat Rhön, 2021 b). FCN möchte hierzu beitragen und erarbeitet Maßnahmen zur Umrüstung der Beleuchtung nach den Vorgaben des Sternenparks und trägt damit zum Schutz der regionalen Pflanzen- und Tierwelt als auch zur Gesundheit der vor Ort lebenden Menschen bei. Am Standort Rupsroth wurde bereits die Beleuchtung umgerüstet, im Betonwerk Seiferts die Beleuchtung neu ausgerichtet.

FCN ist Mitglied im VNLR

FCN ist Mitglied im Verein Natur und Lebensraum Rhön (VNLR). Dieser beschäftigt sich unter anderem mit der Regionalentwicklung sowie der Erarbeitung von Konzepten für die Weiterentwicklung des UNESCO-Biosphärenreservats und bietet eine unabhängige landwirtschaftliche Beratung an. Der Verein unterstützt und vernetzt Menschen in der Region bei der Entwicklung, Umsetzung und Förderung von Projekten (VNLR, 2021).

Aktuelles Kooperationsprojekt:
Eine Broschüre für die biodiverse Gartengestaltung mit Produkten von FCN. Hierzu stehen die landwirtschaftliche Beraterin des VNLR und die Nachhaltigkeitsmanagerin von FCN in engem Kontakt.