Schutz mit Putz

Leichtbeton-Mauersteine werden nach DIN EN 771-3 in Verbindung mit der DIN V 20000-403 sowie der DIN V 18151-100, DIN V 18152-100 und der DIN V 18153-100 gefertigt. Im Außenwandbereich kommen aber hauptsächlich Steine zum Einsatz, deren Eigenschaften über allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen geregelt sind und die Bemessungswerte für Wärmeleitfähigkeiten des Mauerwerks zwischen 0,055 und 0,16 W/(m·K) besitzen.

Mauerwerk aus Leichtbetonsteinen wird meist aus Plansteinen und Dünnbettmörtel errichtet, d. h. die Dicke der Lagerfuge liegt zwischen 1 und 3 mm, teilweise wird aber auch noch klassisch mit einer 12 mm dicken Lagerfuge – meist aus Leichtmauermörtel – gearbeitet. Leichtbeton-Mauerwerk nimmt kapillar nur wenig Wasser auf, dieser Untergrund kann also als schwach saugend angesehen werden. Dadurch wird dem nachfolgenden Putz nur wenig Wasser entzogen, er kann störungsfrei erhärten und „brennt nicht auf“.

Die Ausgleichsfeuchte von Leichtbeton-Mauerwerk liegt in der Regel bei 4–5 M-% und wird – wie z. T. bei anderen massiven Wandbaustoffen auch – oft erst nach ein bis zwei Heizperioden erreicht, da haufwerksporiger Leichtbeton fast ausschließlich über Diffusionsvorgänge austrocknet. Zum Zeitpunkt des Verputzens hat sich diese Ausgleichsfeuchte in vielen Fällen noch nicht eingestellt, dies wirkt sich jedoch nicht negativ auf die Verputzbarkeit der Wände aus. Wenn das Mauerwerk oberflächlich abgetrocknet ist, kann der Putz aufgebracht werden. Wie üblich genügt es, eine optische Beurteilung vorzunehmen und eine Wisch-, Benetzungs- und Kratzprobe durchzuführen.

Für das Verputzen von Liapor®-NeoStone® beachten Sie bitte zusätzlich die Hinweise in der Zulassung Z.-17.1-1053.

Richtige Putzauswahl bei Untergründen aus Leichtbeton

Grundsätzlich sind bei der Auswahl des richtigen Putzsystems die charakteristischen Eigenschaften des Untergrundes von entscheidender Bedeutung. Der Putz muss in seinen physikalischen Kennwerten (vor allem Druckfestigkeit, Trockenrohdichte und E-Modul) auf den jeweiligen Untergrund abgestimmt sein.

In Bezug auf Leichtbeton muss unterschieden werden zwischen:

  • haufwerksporigem Leichtbeton: Mauerwerk und Wandelemente
  • konstruktivem Leichtbeton mit geschlossenem Gefüge: Fertigteile und Ortbeton.


Da der Außenbereich größeren Temperaturschwankungen und Witterungseinflüssen ausgesetzt ist als der Innenbereich, muss beim Verputzen der Außenflächen besonders sorgfältig
auf die Auswahl des richtigen Putzes und dessen vorschriftsgemäße Verarbeitung geachtet werden.

Für Innenputze auf haufwerksporigem Leichtbeton, Mauerwerk und Wandelementen sind alle gängigen lnnenputzsysteme geeignet:

  • gipsgebundene Putze, z. B. Kalk-Gips-Putze zum Glätten oder Filzen
  • kalk- bzw. kalkzementgebundene Putze (Normal- und Leichtputze)
  • lehmgebundene Putze
  • organisch gebundene Putze


Für Wandelemente aus haufwerksporigem Leichtbeton oder gefügedichte Wandelemente mit Rohdichten < 1,6 kg/dm3 sollten sowohl Leichtputze vom Typ I als auch vom Typ II eingesetzt werden, Kalk-Zement-Normalputze eignen sich nur sehr bedingt.

Nur bei Putzflächen, die erheblich höheren Belastungen ausgesetzt sind, empfiehlt es sich, als putztechnische Maßnahme einen Armierungsputz mit vollflächiger Gewebeeinlage auf den Unterputz aufzubringen. Dieser Armierungsputz stellt die höchste Stufe der Ausführungssicherheit dar.

Solche erheblich höheren Belastungen sind insbesondere:

  • außergewöhnliche Exposition der Fassade (starke Bewitterung)
  • Verwendung feinkörniger und/oder dunkler Oberputze
  • erhöhte Feuchtebelastung
  • erhebliche Unregelmäßigkeiten im Untergrund


Dieser Armierungsputz ist nur in den genannten Ausnahmefällen erforderlich und für regelgerecht ausgeführtes Mauerwerk oder Wandelemente aus Leichtbeton nicht notwendig.

Außenputz auf Liapor®-Mauerwerk

Berücksichtigung der Witterungseinflüsse
Allgemein müssen bei der Ausführung von Putzarbeiten die Witterungseinflüsse entsprechend berücksichtigt werden. Gemäß DIN 18550 und dem Merkblatt zum Verputzen bei niedrigen und hohen Temperaturen muss sichergestellt sein, dass die Luft- und Bauteiltemperaturen nicht unter +5 °C und nicht über 30 °C liegen bzw. bis zum ausreichenden Erhärten des Putzes nicht unter +5 °C absinken.

Vorbereitung des Untergrundes
Vor dem Aufbringen des Putzes muss der Putzgrund geprüft und u. U. vorbereitet werden. Der Putzgrund muss sauber, trocken, staubfrei und tragfähig sein.

Aufbringung des Mörtels

Der Mörtel für die einzelnen Putzlagen ist von Hand oder mit der Maschine möglichst gleichmäßig dick aufzubringen und ebenmäßig zu verziehen oder zu verreiben. Bei zweilagigen Außenputzen hat es sich bewährt, den Unterputz in zwei Arbeitsgängen „Nass-in-Nass“ anzutragen.

Putzbewehrung
Zur Erhöhung des Risswiderstandes ist an bestimmten Stellen eine Putzarmierung/-bewehrung vorzusehen. Diese besteht aus einem alkalibeständigen Armierungsgewebe, das in die zugbelastete Zone des Putzes glatt und faltenfrei eingebettet werden muss, um die entstehenden Zugkräfte aufnehmen zu können. Das Armierungsgewebe muss in der oberen Hälfte der Putzlage eingebettet sein und an den Stoßstellen mindestens 10 cm überlappen.

Folgende Stellen müssen armiert werden:

  • Ecken der Gebäudeöffnungen (z. B. Fenster, Türen)
  • Brüstungsbereich
  • Wechsel der Putzgründe (z. B. Deckenranddämmung, Holzwolleleichtbauplatten etc.)
  • Einbauteile (z. B. Rollladenkästen, Elektroinstallationen etc.)
  • Montagefugen von Wandelementen
  • Kamine


Zur Aufnahme von Scherkräften ist Armierungsgewebe nur diagonal (unter 45° zur Lagerfugenrichtung) einzulegen. Armierungsgewebe im Unterputz bei Leichtputzen bedürfen einer größeren Überdeckungsbreite/Verankerungslänge, sicher sind 50 cm.

Da moderne Leichtputze (insbesondere Leichtputze Typ II) nur relativ geringe Festigkeiten besitzen, ist es oft nicht möglich, das Armierungsgewebe kraftschlüssig einzubetten. Daher hat es sich bewährt, in kritischen Fällen eine vollflächige Armierung aus einer Lage Armierungsputz mit Gewebeeinlage auf dem Grundputz vorzusehen.

Oberputze und Putzweisen
Auf Untergründen aus Leichtbeton können grundsätzlich fast alle dick- und dünnschichtigen Oberputze eingesetzt werden, je nachdem, welche optische Gestaltung erwünscht ist. Es ist jedoch zu beachten, dass bei Oberputzen mit feiner Körnung < 2 mm ein sehr sicherer und ebenmäßiger Unterbau erforderlich ist, um eine rissfreie Oberfläche zu gewährleisten. Insbesondere Putze, die geglättet oder fein gefilzt oder in der sogenannten „Wischtechnik“ ausgeführt werden, sind sehr empfindlich, da auf diesen Flächen auch feinste Haarrisse zu erkennen sind. Hier empfiehlt es sich grundsätzlich, vor dem Oberputz einen Armierungsputz mit Gewebeeinlage aufzubringen oder einen Putz mit größerer Körnung zu verwenden. Grundsätzlich sind die Verarbeitungsvorschriften des Putzherstellers zu beachten.

Farbton des Oberputzes
Die hygrothermische Belastung des Putzsystems ist umso stärker, je dunkler der Farbton des Putzes ist. Bei Sonneneinstrahlung erwärmen sich dunkle Putzoberflächen stärker als hellere Flächen, und die entstehende Wärme kann aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit des Untergrundes nicht ausreichend schnell an diesen abgegeben werden. Daher sollten Oberputze mit einem Hellbezugswert (HBW) unter 20 nur in Ausnahmefällen auf hoch wärmegedämmten Untergründen ausgeführt werden.

Egalisationsanstrich
Eingefärbte mineralische Oberputze sollten mit einem sogenannten „Egalisationsanstrich“ versehen werden, der eventuelle Farbungleichmäßigkeiten ausgleicht. Bei stärkerer Exposition des Gebäudes (z. B. starker Bewitterung) hat es sich bewährt, anstatt eines solchen einlagigen Anstrichs ein Anstrichsystem zu verwenden, das aus mindestens zwei Schichten besteht (Fassadenfarbe). Hier ist das Merkblatt „Egalisationsanstrich auf mineralischen Edelputzen“ zu beachten.

Nachfolgend haben wir für Sie konkrete Empfehlungen aus dem umfassenden Programm von Weber St. Gobain herausgesucht. Ausführliche Beschreibungen dieser Putze finden Sie auch unter:
www.sg-weber.de oder www.franken-maxit.de

Kalk-Zement-Faserleichtputz
weber.dur 137 / 137 SLK
maxit ip 19 FLP

Kalk-Zement-Superfaserleichtputz
weber.dur 140 SLK
maxit ip 190 SFL SLK

Innenputz auf Liapor®-Mauerwerk

Flächen aus haufwerksporigem Leichtbeton (Innenwände und Innenseiten der Außenwände) lassen sich mit allen gängigen Innenputzen unproblematisch verputzen. In der Regel muss der Untergrund vor dem Auftragen des Putzes nicht vorbehandelt werden, insbesondere eine organisch gebundene Grundierung („Aufbrennsperre“) ist nicht erforderlich, sie kann unter Umständen sogar die Putzhaftung verschlechtern.

Als Innenputz auf Flächen aus gefügedichtem Beton eignen sich grundsätzlich folgende Putzarten:

  • kalk- bzw. kalkzementgebundene Putze (Normal- und Leichtputze)
  • lehmgebundene Putze
  • organisch gebundene Putze


Gipsgebundene Putze eignen sich zum Verputzen von Wandflächen aus gefügedichtem Leichtbeton erst, wenn sich die Ausgleichsfeuchte des Betons eingestellt hat. Da dies in der Regel nicht mit dem erforderlichen Baufortschritt in Einklang zu bringen ist, wird der Einsatz solcher Putze nicht empfohlen. Mittlerweile werden allerdings spezielle Grundierungen angeboten, die es ermöglichen, gipsgebundene Putze auch auf Betonuntergründe mit erhöhter Restfeuchte aufzubringen. Hier sind aber unbedingt die Herstellerangaben zu beachten. Es hat sich bewährt, einen dünnlagigen Kalk- bzw. Kalk-Zement-Putz zu verwenden, dessen Haftung auch für glatte Betonuntergründe optimiert ist. Hier bietet die Werktrocken-mörtelindustrie eine Reihe von speziellen Putzen an, die sich in der Praxis als gut geeignet erwiesen haben. Für einen solchen Putz ist eine Vorbehandlung des Untergrundes (z. B. eine Grundierung) in der Regel nicht notwendig.

Bei Innenputzen erfolgt meist ein einlagiger Auftrag, der entsprechend nachgearbeitet wird (geglättet, gefilzt ggf. aufgeraut), wenn später ein Oberputz aufgebracht werden soll. Die Dicke der Putzlage richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten und liegt zwischen wenigen mm (Achtung erhöhte Rissgefahr!) und ca. 15 mm, d. h. die Wände können dünnschichtig verputzt (gespachtelt) oder mit einem herkömmlichen, dicklagigen Innenputz versehen werden.

Nachfolgend haben wir für Sie konkrete Empfehlungen aus dem umfassenden Programm von Weber St. Gobain herausgesucht. Ausführliche Beschreibungen dieser Putze finden Sie auch unter:
www.sg-weber.de oder www.franken-maxit.de

Kalk-Gips-Putz
weber.mur 644
maxit ip 23 F

Kalk-Grundputz
weber.cal 174 / 174 SLK
maxit purcalc 380

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