Ökologie – Baustoff für „grüne Wände“

Überzeugende Ökobilanz für den Umweltschutz – Häuser sollten die Umwelt möglichst wenig belasten. Teilweise nachwachsende Rohstoffe als Baustoffe einzusetzen, macht ein Haus nicht unbedingt ökologischer. In der Nutzungsphase belasten Massivhäuser aus Mauerwerk die Umwelt nicht mehr, teilweise sogar weniger als Holzhäuser, da sie weniger Heizenergie und Pflege benötigen.

Geringer Energieverbrauch – Wegen ihrer großen Wärmespeichermassen brauchen Massivhäuser bei gleicher Wärmedämmung und Heiztechnik weniger Heizenergie als leichte Bauweisen. Ihre schweren Wände und Decken nutzen die Wärme der Sonneneinstrahlung besonders gut aus. Massive Wände und Decken speichern zunächst die Wärmeenergie und geben sie zeitversetzt in den Nachtstunden wieder ab. Dieser Effekt spart erhebliche Kosten, die zur Gebäudekühlung anfallen würden: Kühlen verbraucht etwa viermal so viel Energie wie heizen.

Recycling und Entsorgung – Niemand weiß, wie sich Entsorgung und Recycling entwickeln werden. Aus gegenwärtiger Sicht lassen sich bestenfalls Potenziale aufzeigen. Das Baustoffrecycling wird vor dem Hintergrund der europäischen Umweltgesetzgebung zukünftig noch einen größeren Stellenwert einnehmen als bislang. Einerseits soll europaweit die Deponierung von Baustoffen und Siedlungsabfällen deutlich reduziert werden – das Baustoffrecycling wird entsprechend forciert. Andererseits wird Recycling durch überzogene Umweltanforderungen insbesondere in Deutschland behindert. In diesem Spannungsfeld etabliert sich ein von der deutschen Mauersteinindustrie initiiertes Forschungsprojekt, mit dem technische Lösungsmöglichkeiten für ein breiter aufgestelltes Mauerwerk-Recycling erarbeitet und neue Anwendungsbereiche für Gesteinskörnungen aus dem Recycling sowie wertvolle Verwertungspfade aufgezeigt werden. Von den in Deutschland 2015 angefallenen 186,5 Mio. Tonnen an mineralischen Baustoffen wurden insgesamt 171,0 Mio. Tonnen verwertet, was einer Quote von 92 Prozent entspricht.

Renaturierung – In den letzten zwei Jahrzehnten verlangen Gemeinden, dass Abbaugebiete für Ton, Sand und Kies sowie aufgelassene Steinbrüche nicht mehr als Abfallgrube verwendet, sondern rekultiviert werden. Voraussetzung für die Abbaugenehmigungen ist die Schaffung neuer Biotope oder Naherholungsgebiete. Diese neu geschaffenen Biotope sind „Paradiese aus Menschenhand“. Sie zeichnen sich unter anderem durch eine Artenvielfalt aus, die größer ist als vor dem Abbau. Das gilt vor allem für Flächen, auf denen Monokulturen bestanden. Flachwasser- und Tiefwasserzonen sowie steile und flache Hänge bieten spezielle Siedlungsräume für seltene Tierarten.
 

×Schliessen