Entwicklung des Betonwerkes Fambach

Wie aus einem Betrieb des Wohnungsbaukombinates Suhl nach der Wende dank eines Kooperationsvertrages das FCN-Betonwerk Fambach wurde.

Mit Genehmigung der ehemaligen Sowjetunion startete die Reise des Werks im Jahr 1957. Es wurde auf der geplanten Trasse der Reichsautobahn das Betonwerk Fambach errichtet. Es gehörte zum Wohnungsbaukombinat Suhl und war ein Zweigwerk des Plattenwerks Walldorf. Das Betonwerk hatte 75 Beschäftigte und 25 Lehrlinge, zwei Frauen sorgten in der werkseigenen Kantine für die Verköstigung.

Im Produktionsprogramm waren seinerzeit Podeste, Treppen, Dachelemente und weitere Sonderbauteile für Plattenbauten. Geliefert wurden Mansarddächer für die Altstadtsanierung Schmalkalden oder Bauteile für das Gefängnis in Suhl. Die ersten vorgefertigten Badzellen mit Verrohrung kamen aus Fambach. Sogar in Perm, einer Stadt in der ehemaligen Sowjetunion, wurden Wohnungen für die Arbeiter an der Erdgastrasse mit Bauteilen aus dem Werk Fambach beliefert. Dies waren sogenannte Kompensationsgeschäfte. Produziert hat das Team im Freien. Die Nachbehandlung der Produkte fand bei kalter Witterung unter Abdeckplanen mit Dampf aus dem eigenen Heizhaus statt. Ab 1982 kam dann die Fernwärmeleitung aus dem benachbarten Breitungen zum Einsatz.

Nach der Wende wurde das Werk von der Treuhand Suhl weiterbetrieben. Etwa 14 Tage nach Grenzöffnung war Peter Nüdling mit seiner Frau sonntags im Werratal unterwegs, um sich nach interessanten Projekten umzuschauen. Fast schon vorbeigefahren, war es Jutta Nüdling, die ihren Mann auf das Betonwerk Fambach aufmerksam machte. Schnell gewendet und beim damaligen noch anwesenden Pförtner eine Visitenkarte hinterlassen, und schon war der Kontakt zum Betriebsleiter des Werkes, Roland Müller, hergestellt. Noch am darauffolgenden Tag vereinbarte Müller einen Termin mit den beiden Geschäftsführern Peter Nüdling und Reinhold Weber bei sich zu Hause im Wohnzimmer. Interesse war schnell bekundet, weiterer Kontakt zugesagt. Bereits am Rosenmontag kam Seniorchef Hans-Dieter Nüdling mit Fotoapparat ins Werk, schaute sich den ganzen Tag das Werk an und schoss das ein oder andere Foto.

1990 wurde der Kooperationsvertrag mit FCN geschlossen

Am 27. März 1990 konnte dann ein Kooperationsvertrag geschlossen werden, und man fertigte für das Fertigteilwerk Grünkorn Treppenelemente, unter anderem für das Terminal B am Frankfurter Flughafen. Nach weiteren Verhandlungen stand im April 1991 der Übergabevertrag an, und das Werk Fambach ging in den Besitz von F. C. Nüdling über.

Mit dem Übergabevertrag wurde auch die erste Pflastersteinmaschine, ein Zenith-Mehrlagenfertiger, aus dem Werk Seiferts nach Fambach transportiert und dort aufgebaut. Die ersten Pflastersteine gingen vom Band. Auch ein Bodenfertiger für die Kellersteinproduktion produzierte auf einer Betonfläche unter freiem Himmel. Eine Mischanlage am jetzigen Standort der Tegula-Trommel versorgte die Maschinen mit Beton.

Der Markt forderte in dieser Zeit mehr, als man herstellen konnte, und so reifte schnell der Gedanke, eine komplett neue Produktionslinie aufzubauen – umgesetzt im Jahr 1993. Bereits im Herbst 1994 gingen die Omag-Pflasterstein- und Schlüsselbauer-Palisadenmaschinen in Betrieb. Ein Bodenfertiger produzierte noch bis 1996 in einer Halle Pflanzkübel, Einfasssteine etc. Diese Produkte wurden aber dann in andere Werke verlegt.

Im Jahr 2013 ersetzte FCN die in die Jahre gekommene Mischanlagensteuerung von Skako gegen eine Steuerung der Firma Dorner. Vorher stand noch der Austausch eines Skako-Vorsatzmischers gegen einen Eirich-Intensivmischer an. Heute dient das Werk zusätzlich als Lagerhalle für Palisaden.