Aufgaben und Anwendungsbereiche von Pflasterflächen

Pflasterdecken haben in erster Linie die Aufgabe, Lasten aus Verkehr schadlos und verformungsarm in die darunterliegenden Schichten abzuleiten. Aus der Geschichte heraus wird eine Pflasterfläche über kleinteilige, handhabbare Einzelsteine zu einer zusammenhängenden Fläche erstellt. Diese Bauweise hat Vorteile durch die einfache Herstellung und Ausbesserung. Sie bietet darüber hinaus vielfache Gestaltungsmöglichkeiten und hat dadurch einen hohen Stellenwert bei der Befestigung von Verkehrsflächen. Aber auch die Versickerung von Niederschlägen kann mit der Pflasterfläche realisiert werden.

Anwendungsbereiche

Im Allgemeinen können Pflasterflächen in fast allen öffentlichen, gewerblichen und privaten Verkehrsflächen eingesetzt werden. Durch ihre Vielfalt an Formen, Oberflächen und Farben sind Pflastersteine für den Einsatz beim gestalterisch hochwertigen Garten- und Landschaftsbau bis hin zu Funktionsflächen und für den Schwerlastbereich geeignet. Nach dem deutschen Regelwerk sind Pflasterbeläge in öffentlichen Verkehrsflächen von Fußgängerflächen bis zu stark befahrenen Straßen der sogenannten Belastungsklasse Bk3,2 als Standardbauweisen geregelt. Aber auch auf hoch belasteten industriellen und gewerblichen Flächen können Pflasterbeläge eingesetzt werden, wenn der Oberbau entsprechend ausgeführt ist. Auch eine Niederschlagsversickerung ist auf Pflasterflächen mit geeigneten Pflastersteinen zu erreichen. Es kommt nur auf die richtige Planung und Ausführung der Gesamtkonstruktion für die vorgesehene Anwendung an. Nicht geeignet sind Pflasterflächen in Regelbauweise auf öffentlichen Verkehrsflächen bei einer Beanspruchung als Belastungsklasse Bk10 und höher oder bei stark geneigten Flächen über 15 % Gefälle.

 

B1: Flächen für Fußgänger ohne Verkehrsbelastung: Diese Pflaster- und Plattenflächen werden von Kraftfahrzeugen nicht befahren, z.B. Terrassen, Wege im Park und Radwege, die durch Versorgungsfahrzeuge nicht belastet werden.

B2: Flächen mit geringer Verkehrsbelastung: Diese Pflaster- und Plattenflächen können mit Pkw und Transporter bis 2,8 t Gesamtgewicht befahren werden, z.B. Grundstückszufahrten, Park- und Gartenanlagen, Geh- und Radwege, Bereiche von Plätzen und Fußgängerzonen ohne Lade- und Busverkehr, Pkw-Parkplätze.

B3: Flächen mit mittlerer Verkehrsbelastung: Diese Pflaster- und Plattenflächen eignen sich, Belastungen von Pkw und gelegentlichem Lkw-Verkehr bis 4 t Achslast aufzunehmen, z.B. Wohn und Anliegerstraßen, Parkplätze und Parkstreifen, Feuerwehrwege, Bereiche von Plätzen und Fußgängerzonen mit Ladeverkehr. Der Oberbau ist in der Belastungsklasse Bk1,0 einzuplanen.

B4: Flächen mit hoher Verkehrsbelastung: Diese Pflasterflächen sind geeignet, auch Verkehrsbelastungen mit hohen Achslasten, hohen Horizontalbeanspruchungen und Kräfte aus Rangiervorgängen aufzunehmen, z.B. Hauptverkehrs- und Sammelstraßen, Lkw Parkplätze, Busverkehrsflächen, Kreisverkehre, Plätze und Fußgängerzonen mit Ladeverkehr. Der Oberbau ist in der Belastungsklasse Bk3,2 nach RStO 12 auszuführen.

Den richtigen Belag finden und auswählen

Eigentlich geht es nur darum, auf einer befestigten Fläche von A nach B zu kommen. Je nachdem, welche Anforderungen vom Bauherren an den Planer oder die ausführende Firma gestellt werden, wird im ersten Schritt festgestellt, welche Anforderungen an den Flächenbelag bestehen. Handelt es sich um eine nur begehbare Fläche oder findet eine Verkehrsbelastung durch Pkw, Lkw oder gar Sonderfahrzeuge wie Stapler usw. statt? Ist es eher eine Fläche mit hohem Anspruch an das Design oder Gestaltung, die Funktionalität oder steht der ökologische Anspruch im Vordergrund? Soll sich der Belag eher in das Umfeld einfügen oder sich repräsentativ hervorheben? Dazu stehen für die Ausführung unterschiedliche Steinformate mit und ohne Zusatznutzen, verschiedenen Eigenschaften der Oberfläche und verschiedenen Funktionen, wie z. B. der Ökocharakter, zur Auswahl.

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