TAKTILE ORIENTIERUNGSHILFEN (BODENINDIKATOREN)

Mit anderen Augen sehen
Sehende Menschen orientieren sich bei der Fortbewegung visuell an räumlichen Gegebenheiten. Sehbehinderte und blinde Menschen hingegen sind, bedingt durch das eingeschränkte oder fehlende Sehvermögen, Orientierungsproblemen und damit verbundenen Unannehmlichkeiten ausgesetzt. In verschiedenen Verkehrsräumen sind sie ohne Orientierungssysteme hilflos und von einer Teilnahme am Verkehrsgeschehen ausgeschlossen. Durch den Einsatz einheitlicher Orientierungsmittel, die nicht vom Sehvermögen abhängig sind, erhalten sehbehinderte und blinde Menschen in öffentlichen Verkehrsräumen eindeutige Signale. Hierdurch werden mögliche Orientierungsprobleme reduziert. Taktile Informationen stellen in ausgewählten Fällen eine zufriedenstellende Orientierungshilfe dar. Blinde Personen können taktile Informationen nutzen, die sie mit einem Langstock erkennen und/oder mit den Füßen wahrnehmen können. Sehbehinderte Personen können sich in der Regel an Hell/Dunkel-Kontrasten orientieren. Durch einen guten Farb- und Leuchtdichtenkontrast sind die taktilen Informationsträger zugleich für Sehbehinderte leicht zu erkennen. Voraussetzung für den effektiven Nutzen eines Orientierungssystems für sehbehinderte und blinde Menschen ist allerdings, dass diese Systematik durchgehend in öffentlich zugänglichen Verkehrsanlagen ausgeführt und gepflegt wird.Anwendungsgebiete
  • Geh-, Sehbehinderten - und blindengerechte Verkehrsraumgestaltung
Elemente für die sehbehinderten- und blindengerechte Gestaltung öffentlichen Raumes

Blinde Verkehrsteilnehmer benötigen zur Orientierung drei Grundinformationen, denen jeweils Bodenindikatoren
zugeordnet werden können:

• Leitsysteme mit Längsführung –> “Gehe”

Wenn das Umfeld keine klar ertastbaren Kanten zur Führung bietet, können Rillenplatten zur Führung eingebaut werden. Diese Leitsysteme sind in der Regel 30 cm breit, mit Rillen in Gehrichtung. Der Stock, der in den Rillen entlanggleitet, zeigt die Richtung an. Es muss gewährleistet sein, dass diese Leitlinie auffindbar ist.

• Aufmerksamkeitsfelder mit Hinweischarakter: grundsätzlich Noppenfelder –> “Achtung”


“Achtung” kann ein Hinweis, eine Verzweigung, aber auch eine Warnung bedeuten. Bei dieser Information ist es wichtig, dass die hierfür vorgesehenen Bodenindikatoren von den sehbehinderten und blinden Menschen nicht einfach “überlaufen” werden. Sie haben somit eine Art Weckfunktion und müssen sich deutlich vom bisherigen Bodenbelag abheben. Für diese Information sind Aufmerksamkeitsfelder aus Noppenplatten am besten geeignet. Noppenplatten lassen sich auch mit den Füßen ertasten und sind deshalb nicht leicht zu überlaufen.

• Hinweise/Warnungen vor Betreten der Fahrbahn oder Bus/Bahn: Stufe oder Bordsystem –> “Stopp”

“Stopp” wird grundsätzlich durch die Bordsteinkante angezeigt. Der Randstein sollte selbst über ein ertastbares Profil (wie z.B. EASYCROSS®-Rollbord) und über eine vorgelagerte Reihe Rillenplatten verfügen.



Weitere Informationen zum Thema "Barrierefreie Mobilität" finden Sie unter:

www.barrierefreie-mobilitaet.de

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Herr Hubert Hahner
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Taktile Orientierungshilfen (Bodenindikatoren):